Starkes Signal aus der Bevölkerung

  • Besucher der Infoveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus
  • Am 27.02.2026 haben wir im Dorfgemeinschaftshaus in Klein-Bieberau mit einer gut besuchten Hybrid-Informationsveranstaltung ein deutliches Zeichen gesetzt: Die Bürgerinnen und Bürger aus Modautal stellen sich geschlossen gegen die geplante Ausweisung eines Steinbruchgebiets zwischen Webern, Brandau und Lützelbach.

     

    Rund 20 engagierte Personen haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um Natur, Trinkwasser und Lebensqualität in unserer Heimat zu schützen.

Was haben wir unternommen?

Im Rahmen der Offenlage des Entwurfs zum Regionalplan Südhessen 2025 haben wir intensiv recherchiert, dokumentiert und argumentiert.

 

Ergebnis:

 

  • 16 detaillierte und fachlich ausgearbeitete Stellungnahmen

  • Persönliche fristgerechte Einreichung beim Regierungspräsidium Darmstadt

  • begleitende Unterschriftenlisten aus der Bevölkerung

  • breite öffentliche Aufmerksamkeit

Nach unseren Informationen sind insgesamt rund 1.400 Stellungnahmen gegen den Regionalplan eingegangen (Artikel Darmstädter Echo KW7 2026).
Diese müssen nun vom Regierungspräsidium geprüft und ausgewertet werden.

 

Unterstützung durch Gemeinde und Landkreis

Ein wichtiges Signal:
Sowohl die Gemeinde Modautal als auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg fordern in ihren offiziellen Stellungnahmen:

 

  • Webern als Siedlungsgebiet im Regionalplan zu verankern, um Abstandsregelungen zu erzwingen

  • das Vorbehaltsgebiet oberflächennaher Lagerstätten zu streichen

Damit stehen wir nicht allein – unsere Argumente finden auch auf kommunaler Ebene Unterstützung.

Was wird nun passieren?

Aktueller Verfahrensstand

 

  • Offenlage des Regionalplanes: 29.09.2025 – 28.11.2025

  • Einreichungsfrist für Stellungnahmen: bis 15.12.2025

  • Auswertung der Stellungnahmen: läuft derzeit (Stand März 2026)

  • Beratung durch die Regionalversammlung Südhessen: Frühjahr 2026

  • Mögliche Verabschiedung des neuen Regionalplans: frühestens 2028

Das Verfahren ist also noch nicht abgeschlossen, wir bleiben weiter dran und werden uns einsetzen.

Unsere zentralen Forderungen

Schutz des Natura-2000-Gebiets

  • Schwarzspecht im betroffenen Waldgebiet zwischen Webern, Lützelbach und Brandau.

    Feuersalamander im Waldgebiet
    Hirschkäfer im Waldgebiet
  • Das geplante Abbaugebiet liegt vollständig im Flora-Fauna-Habitat „Buchenwälder des vorderen Odenwaldes“ – Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura-2000.

     

    Die Überlagerung schwächt den Naturschutz!

     

    Hier wurden durch die Arbeit der Bürgerinitiative, unter anderem folgende unter Schutz stehende Arten nachgewiesen:

     

    • Bechsteinfledermaus

    • Mopsfledermaus

    • Sowie weitere 11 Fledermausarten

    • Rotmilan

    • Uhu

    • Schwarzspecht

    • Hirschkäfer

    • Gelbrandkäfer

    • Spanische Flagge

    • Großer Feuerfalter

    • Springfrosch

    • Zauneidechse

     

    Ein Steinbruch würde diese wertvollen Lebensräume der aufgeführten und weiteren Arten irreversibel zerstören und somit hessischen, bundesweiten und europäischen Arten- und Naturschutzzielen widersprechen.

Schutz von Trinkwasser & Grundwasser

  • Bach mit wassertypischer Flora im Waldgebiet
  • Das Waldgebiet liegt in einer Trinkwasserschutzzone und trägt wesentlich zur Grundwasserneubildung und somit zur Wasserversorgung Modautals bei.

     

    Risiken durch Rodung und Abbau:

     

    • Erosion am steilen Hang (200 Höhenmeter auf 700 m Länge)

    • Hangrutschungen und Schlammlawinen

    • Sedimenteinträge in Gewässer

    • Erhöhtes Überschwemmungsrisiko

    • Verlust des natürlichen Wasserfilters zur Grundwasserneubildung

Schutz von Gesundheit & Lebensqualität

  • Buchenwald mit umgestürzten Bäumen und Felsbrocken
  • Ein Steinbruch bedeutet einen Einschnitt in unser Leben hier vor Ort, denn er führt zu:

     

    • Lärm durch Sprengungen und Schwerlastverkehr und somit Beeinträchtigung der Gesundheit der Bürger und Bürgerinnen

    • Erschütterungen mit möglichen Gebäudeschäden

    • Feinstaub, Dieselruß, mineralische Stäube und daraus resultierende Gesundheitsschäden1

    • Verlust an Vegetation rund um Steinbruchgebiete2

    • Wertverluste von Immobilien (teils bis zu 20 %)3

    • Verlust des Waldes als Klimapuffer (Temperaturanstieg im Sommer bis zu 10°C möglich)

     

    Unsere Heimat darf nicht zum Industriegebiet werden!

     

    1 - Hoffmann, Barbara, and KARL‐HEINZ JÖCKEL. "Diesel exhaust and coal mine dust: lung cancer risk in occupational settings." Annals of the New York Academy of Sciences 1076.1 (2006): 253-265.

    2 - Chaturvedi, R. K., et al. "Effect of dust load on the leaf attributes of the tree species growing along the roadside." Environmental monitoring and assessment 185.1 (2013): 383-391.

    3 - Lavee, Doron, and Sefi Bahar. "Estimation of external effects from the quarrying sector using the hedonic pricing method." Land Use Policy 69 (2017): 541-549.

Perspektive: Wald dauerhaft sichern

Parallel wird von der Gemeinde geprüft, ob Flächen über das Bundesprogramm KlimaWildnis (https://www.z-u-g.org/klimawildnis/) dauerhaft aus der Nutzung genommen und ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden können.

 

Das wäre eine große Chance, den Wald zwischen Webern, Brandau und Lützelbach langfristig zu schützen und ein weiteres Argument gegen einen Steinbruchbetrieb zu erzeugen.

Wie es weitergeht

Wir bleiben aktiv:

 

  • Politische Gespräche auf regionaler Ebene

  • Information der Öffentlichkeit

  • Vernetzung mit Umweltverbänden

  • Vorbereitung weiterer Schritte, falls erforderlich

 

Der Prozess wird sich bis mindestens 2028 hinziehen – unser Engagement ebenfalls!

Gemeinsam stark bleiben

Die große Beteiligung zeigt:
Modautal steht zusammen.

 

Wir bedanken uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern – und laden weiterhin alle ein, sich einzubringen.

 

  • Informieren Sie sich.

  • Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn.

  • Unterstützen Sie unsere Initiative.

 

Für Natur, Wasser und Lebensqualität in Modautal.